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NuklearmedizinNuklearmedizin

Unter Nuklearmedizin versteht man die Anwendung von radioaktiven Stoffen zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.

Ziel der nuklearmedizinischen Diagnostik, auch in unserer radiologischen Praxis in Bad Kissingen und Bad Neustadt, ist es, Stoffwechselvorgänge eines bestimmten Organs sichtbar zu machen und Abweichungen von der normalen Funktion frühzeitig zu erkennen. Hierfür kommen radioaktive Substanzen zum Einsatz, die bei ihrem Zerfall Gammastrahlen aussenden (Radionuklide). Diese reichern sich selektiv in den zu untersuchenden Organen an und »markieren« dort den spezifischen Stoffwechselprozess. Die Verteilungsdichte der aus dem Organ freigesetzten Strahlung wird mit einer Gammakamera registriert, von einem Computer elektronisch aufbereitet und in ein Bild (Szintigramm) umgewandelt. Dieses erlaubt nun eine exakte Beurteilung der Durchblutung und Stoffwechseltätigkeit des Organs.

Nuklearmedizinische Untersuchungen dienen der Früherkennung von krankhaften Stoffwechselvorgängen und Durchblutungsstörungen im Körper. Im Gegensatz z.B. zur Ultraschalluntersuchung oder zur Kernspintomographie, die vor allem die Struktur von Organen darstellen, ist es mit den bildgebenden nuklearmedizinischen Verfahren (Szintigraphien) möglich, die Organfunktionen zu prüfen. Dabei können z.B. bei der Herz- und Skelettszintigraphie bereits krankhafte Veränderungen erkannt werden, wenn andere Untersuchungsmethoden noch keine Hinweise auf eine Gesundheitsstörung erkennen lassen.

Die häufigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen betreffen die Schilddrüse, das Skelett (Ganzkörperskelett- oder Knochenszintigraphie), die Durchblutung und Belüftung der Lunge, die Funktion der Nieren (Nierenfunktionsszintigraphie) und des Herzmuskels (Myokardszintigraphie). Ebenso können Erkrankungen und Funktionsbeeinträchtigungen des Gehirns, der Nebenschilddrüsen, Nebennieren oder des Knochenmarks mit nuklearmedizinischen Methoden abgeklärt werden. Gerade bei diesen Organen ist die exakte Beurteilung ihrer Stoffwechseltätigkeit mit anderen Untersuchungsmethoden oft gar nicht möglich.

Im Allgemeinen wird die Untersuchungssubstanz in eine Armvene gespritzt. Sie verteilt sich über den Blutweg im Körper und sammelt sich in den zu untersuchenden Organen an. Etwa 15 bis 20 Minuten nach der Injektion können die radioaktiven Signale von der Gammakamera aufgezeichnet werden. Hierfür liegt der Patient entweder in Bauchlage (z.B. bei der Myokardszintigraphie) oder er sitzt vor dem Aufzeichnungsgerät (z.B. bei der Schilddrüsenszintigraphie).

Und was geschieht danach? Nach Beendigung der Untersuchung wird das Szintigramm ausgewertet. Dies erfolgt durch die Fachärzte in unserer radiologischen Praxis, die über eine langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet verfügen. In einem ausführlichen ärztlichen Gespräch werden Sie über das Ergebnis und - bei unklarem Befund - gegebenenfalls über die Notwendigkeit weiterer Untersuchungsmaßnahmen informiert. Außerdem erhält der zuweisende Arzt einen schriftlichen Bericht.

Durch Optimierung der Kameratechnik sowie Verbesserungen bei den verwendeten radioaktiven Substanzen liegt die Strahlenexposition der häufigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen (z.B. bei der Schilddrüsenszintigraphie) unterhalb der jährlichen natürlichen Strahlenbelastung. Generell hängt die Gefahr, die von Radioaktivität für den Menschen ausgeht, sowohl von der Art der Strahlung als auch von der Strahlenmenge ab. Zur Beurteilung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels liegt die Belastung unter der eines Herzkatheters und ist mit der Exposition bei einer Computertomographie vergleichbar.